Bereits im Mittelalter konnten auf Messen Waren, Wechsel, ausländisches Bargeld, Zinspapiere und Kuxe (Bergwerksanteile) gehandelt werden.
Die Entstehung des Namens Börse ist umstritten. Verschmelzung des Namens der Patrizierfamilie „van der Beurse“ aus Brügge im 16. Jahrhundert mit dem lateinischen Begriff Bursa (für Fell, Ledersack) auf das Wort „Beurs“ ist die gängigste Theorie.
In Brügge wurde 1409 die erste Börse Europas gegründet. Sie bildete zusammen mit Antwerpen (1460) und Lyon (1462) die einzigen mittelalterlichen Börsenplätze. Erst im 16. Jahrhundert entstand in Amsterdam die erste Effektenbörse. Die Börse London entstand 1554 mit der Royal Exchange, 1615 eröffnete die Börse in Frankfurt am Main, 1773 wurde die London Stock Exchange errichtet. Die Pariser Börse (1724), die Wiener Börse (1753) und die New Yorker Stock Exchange (NYSE, 1792) wurden zu weiteren wichtigen internationalen Kapitalmärkten.
Aber historisch hatten die Börsen zunächst hauptsächlich als Wechselbörsen begonnen. Sie brachten erst im 19. Jahrhundert zunehmend frei handelbare Inhaberaktien an den Markt. Die Börsenzeitungen und der Telegraph beschleunigten den Umlauf der Informationen, die als Wirtschafts- und Unternehmensnachrichten für Kapitalmarktinvestitionen wichtig waren.
Haussen, also Zeiten anhaltender, starker Kurssteigerungen, aber auch Übertreibungen gab es schon von Beginn der Börsengeschichte an. So waren das 17. und 18. Jahrhundert eine Epoche der Hochspekulation, in der es zu Crashs und hohen Verschuldungen kam. Die Amsterdamer Tulpenspekulation ist ein bekanntes historisches Beispiel dieser Zeit. Die seit 1562 aus Konstantinopel importierten Tulpen waren derart begehrt und wertvoll, dass 1636 eine Zwiebel einen "neuen Wagen, samt Geschirr und zweier grauer Pferde" kostete.